Ein auffälliger Befund nach einer Mammographie löst bei vielen Frauen zunächst Sorge aus. Begriffe wie „Verdichtung“, „Mikrokalk“, „unklarer Befund“ oder die Empfehlung zu weiteren Untersuchungen werden schnell mit Brustkrebs verbunden.
Dabei ist eine der wichtigsten Informationen: Ein auffälliger Mammographie-Befund bedeutet nicht automatisch, dass Brustkrebs vorliegt.
Die Mammographie zeigt zunächst eine Veränderung, die genauer beurteilt werden sollte. In vielen Fällen stellt sich diese bei den weiteren Untersuchungen als gutartig heraus. Welche Untersuchung als Nächstes folgt, hängt davon ab, wie der Befund aussieht und mit welchem Verfahren er am besten beurteilt werden kann.
Auch in der Radiologie Pawlow in Magdeburg können auffällige Brustbefunde mit verschiedenen bildgebenden Verfahren und bei Bedarf mit einer gezielten Brustbiopsie weiter abgeklärt werden.
Was bedeutet ein auffälliger Mammographie-Befund?
Auf einer Mammographie können unterschiedliche Veränderungen auffallen.
Dazu gehören beispielsweise Verdichtungen, Asymmetrien zwischen beiden Brüsten, Veränderungen der Gewebestruktur oder kleine Verkalkungen.
Nicht jede solche Veränderung ist krankhaft.
Normales Brustgewebe kann sich auf einem zweidimensionalen Mammographiebild überlagern und dadurch zunächst auffällig wirken. Außerdem gibt es zahlreiche gutartige Veränderungen der Brust.
Deshalb bedeutet ein auffälliges Bild zunächst nur, dass eine genauere Beurteilung notwendig ist.
Was passiert nach einem auffälligen Befund?
Der nächste Schritt hängt davon ab, welche Veränderung auf den Bildern sichtbar ist.
Zunächst können vorhandene frühere Untersuchungen mit den aktuellen Bildern verglichen werden. Das ist häufig sehr hilfreich.
Eine Struktur, die beispielsweise bereits seit mehreren Jahren unverändert vorhanden ist, wird anders beurteilt als eine neu aufgetretene Veränderung.
Sind weitere Untersuchungen notwendig, können beispielsweise zusätzliche Mammographie-Aufnahmen, eine Tomosynthese oder ein Ultraschall durchgeführt werden.
Bei speziellen Fragestellungen kann außerdem eine Mamma-MRT sinnvoll sein.
Häufig lässt sich eine Auffälligkeit bereits durch diese zusätzliche Bildgebung genauer einordnen und ein Krebsverdacht wieder ausräumen.
Welche Rolle spielen Ultraschall und Tomosynthese?
Der Brustultraschall, auch Mammasonographie genannt, kann eine Mammographie sinnvoll ergänzen. Mit Ultraschall lassen sich beispielsweise bestimmte Knoten oder Zysten genauer untersuchen. Auch bei dichtem Brustgewebe kann die Sonographie zusätzliche Informationen liefern.
Die Tomosynthese kann dagegen besonders hilfreich sein, wenn eine Auffälligkeit durch übereinanderliegendes Brustgewebe verursacht sein könnte.
Durch die schichtweise Darstellung lässt sich besser erkennen, ob tatsächlich eine eigenständige Veränderung vorhanden ist oder ob lediglich normales Gewebe auf der zweidimensionalen Mammographie übereinanderliegt.
Welche Untersuchung eingesetzt wird, hängt davon ab, welche Frage beantwortet werden soll.
Was bedeutet BI-RADS im Mammographie-Befund?
In Befunden der Brustbildgebung wird häufig die Abkürzung BI-RADS verwendet.
BI-RADS ist ein standardisiertes System, mit dem radiologische Befunde eingeordnet werden. Daraus lässt sich auch ableiten, wie mit einer Auffälligkeit weiter verfahren werden sollte.
Vereinfacht bedeutet:
BI-RADS 0: Die Untersuchung kann noch nicht abschließend beurteilt werden. Weitere Bildgebung ist notwendig.
BI-RADS 1 und 2: unauffälliger beziehungsweise gutartiger Befund.
BI-RADS 3: wahrscheinlich gutartige Veränderung. Häufig wird eine zeitnahe Verlaufskontrolle empfohlen.
BI-RADS 4 und 5: verdächtiger beziehungsweise hochgradig verdächtiger Befund, der weiter abgeklärt werden muss.
Wichtig ist: Auch BI-RADS 4 oder 5 ist noch keine endgültige Krebsdiagnose.
Ob eine Veränderung tatsächlich bösartig ist, lässt sich letztlich durch die feingewebliche Untersuchung einer Gewebeprobe feststellen.
Was bedeutet Mikrokalk in der Brust?
Mikrokalk sind winzige Kalkeinlagerungen im Brustgewebe.
Sie sind so klein, dass sie normalerweise nicht ertastet werden können, auf einer Mammographie aber deutlich sichtbar sein können.
Mikrokalk bedeutet aber nicht automatisch Brustkrebs. Entscheidend sind unter anderem Form, Größe, Anzahl und Verteilung der Verkalkungen.
Bestimmte Muster sind typisch gutartig. Andere können dagegen auf Veränderungen der Milchgänge, eine Krebsvorstufe oder einen Tumor hinweisen und müssen deshalb genauer untersucht werden.
Bei auffälligem Mikrokalk können zusätzliche Vergrößerungsaufnahmen notwendig sein. Bleibt der Befund anschließend verdächtig, kann eine mammographiegestützte Vakuumbiopsie durchgeführt werden, um Gewebe gezielt aus diesem Bereich zu entnehmen.
Wann ist eine Brustbiopsie notwendig?
Eine Biopsie wird empfohlen, wenn ein Befund durch die Bildgebung allein nicht zuverlässig als gutartig eingeordnet werden kann und ein ausreichend begründeter Verdacht besteht.
Dabei werden kleine Gewebeproben aus dem auffälligen Bereich entnommen und anschließend in einem pathologischen Labor untersucht.
Die Biopsie liefert damit die entscheidende Information darüber, um welche Art von Gewebeveränderung es sich handelt.
Welches Biopsieverfahren verwendet wird, richtet sich vor allem danach, mit welcher Bildgebung die Veränderung am besten sichtbar ist.
Ist ein Knoten gut im Ultraschall zu erkennen, kann beispielsweise eine ultraschallgesteuerte Stanzbiopsie erfolgen.
Ist eine Veränderung wie bestimmter Mikrokalk hauptsächlich in der Mammographie sichtbar, kann eine mammographie- beziehungsweise stereotaktisch gesteuerte Vakuumbiopsie eingesetzt werden.
Ist ein verdächtiger Bereich ausschließlich im MRT zuverlässig erkennbar, kann bei entsprechender Indikation eine MRT-gesteuerte Biopsie notwendig sein.
Tut eine Brustbiopsie weh?
Nein. Eine Brustbiopsie erfolgt ambulant und unter örtlicher Betäubung. Der Einstich für die Betäubung kann kurz unangenehm sein. Die eigentliche Gewebeentnahme verursacht aber keine Schmerzen.
Nach der Untersuchung können ein Bluterguss, leichte Schmerzen oder eine vorübergehende Druckempfindlichkeit auftreten. Schwerwiegende Komplikationen sind bei den üblichen minimalinvasiven Biopsieverfahren selten.
Die entnommenen Proben werden anschließend feingeweblich untersucht.
Erst diese Untersuchung kann zuverlässig feststellen, ob es sich um eine gutartige Veränderung, eine Vorstufe oder einen bösartigen Tumor handelt.
Was passiert nach der weiteren Abklärung?
Das hängt vom Ergebnis ab. Stellt sich eine Auffälligkeit als gutartig heraus, kann je nach Befund entweder keine weitere Maßnahme notwendig sein oder eine Verlaufskontrolle empfohlen werden.
Bleibt ein Befund kontrollbedürftig, wird nach einem festgelegten Zeitraum erneut untersucht.
Wird durch eine Gewebeprobe Brustkrebs oder eine behandlungsbedürftige Vorstufe festgestellt, werden die weiteren diagnostischen und therapeutischen Schritte mit den behandelnden Fachärztinnen und Fachärzten geplant.
Wichtig ist deshalb, einen auffälligen Mammographie-Befund nicht vorschnell mit einer Krebsdiagnose gleichzusetzen. Die weitere Diagnostik ist gerade dazu da, diese Frage zuverlässig zu klären.
Abklärung auffälliger Brustbefunde bei Radiologie Pawlow in Magdeburg
Radiologie Pawlow bietet in Magdeburg verschiedene Verfahren zur Abklärung auffälliger Brustbefunde an. Neben digitaler Mammographie und Tomosynthese stehen unter anderem Ultraschall und Mamma-MRT zur Verfügung.
Wenn eine Gewebeentnahme notwendig ist, bietet die Praxis das Spektrum der ultraschall-, mammographie- und MRT-gesteuerten Brustbiopsie an. Die Eingriffe werden ambulant und unter örtlicher Betäubung durchgeführt.
Welche Methode gewählt wird, richtet sich danach, wo sich die Veränderung befindet und mit welchem Verfahren sie am zuverlässigsten sichtbar ist.
Vorhandene Befunde und frühere Bildaufnahmen sollten möglichst zum Termin mitgebracht beziehungsweise digital zur Verfügung gestellt werden.
Weitere Informationen zu den verschiedenen Verfahren, dem Ablauf und der Vorbereitung finden Sie auf unserer Leistungsseite zur Brustbiopsie.
Häufige Fragen zu einem auffälligen Mammographie-Befund
Nein. Viele auffällige Befunde stellen sich bei weiteren Untersuchungen als gutartig heraus.
Je nach Befund können zusätzliche Mammographie-Aufnahmen, eine Tomosynthese oder ein Ultraschall folgen. Nur wenn danach weiterhin ein begründeter Verdacht besteht, ist häufig eine Biopsie notwendig.
BI-RADS 4 beschreibt einen verdächtigen Befund, der in der Regel durch eine Gewebeprobe weiter abgeklärt werden sollte. Die Einstufung bedeutet jedoch noch nicht, dass tatsächlich Brustkrebs vorliegt.
Nein. Viele Verkalkungen sind gutartig. Bestimmte Formen und Verteilungsmuster von Mikrokalk müssen jedoch genauer untersucht werden.
Nein. Viele Veränderungen lassen sich bereits durch zusätzliche Bildgebung sicherer einordnen.
Bei einem bildgebend verdächtigen Befund liefert die feingewebliche Untersuchung der entnommenen Probe die entscheidende diagnostische Sicherheit.
Fazit: Ein auffälliger Mammographie-Befund ist noch keine Diagnose
Ein auffälliger Befund in der Brust bedeutet zunächst, dass eine Veränderung genauer untersucht werden sollte.
Häufig können zusätzliche Mammographie-Aufnahmen, eine Tomosynthese oder ein Ultraschall bereits für Klarheit sorgen.
Bleibt ein Verdacht bestehen, ermöglicht eine gezielte Brustbiopsie die zuverlässige Untersuchung des Gewebes.
Gerade deshalb ist es wichtig, einen auffälligen Mammographie-Befund Schritt für Schritt abzuklären und nicht vorschnell von einer Brustkrebsdiagnose auszugehen.




