Vorsorge & Früherkennung

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Brustkrebs früh erkennen: Warum das Mammographie-Screening so wichtig ist

Brustkrebs oft unterschätzt

Nur jede zweite Frau geht im Landkreis Stendal zum kostenlosen Mammografie-Screening. Béla Rogits ist Facharzt der Radiologie und erklärt, warum die Früherkennung so wichtig ist.

VON ANNA LISA OEHLMANN (extrahiert aus dem Original-Artikel)

STENDAL. Nur knapp jede zweite Frau aus dem Norden Sachsen-Anhalts hat im vergangenen Jahr die Einladung zur Brustkrebsfrüherkennung wahrgenommen. Zum 1. Juli 2024 ist die Altersgrenze für das Mammografie-Screening auf 75 Jahre angehoben worden, um die Untersuchung noch mehr Frauen zugänglich zu machen. Dr. Béla Rogits, programmverantwortlicher Arzt für das Mammografie-Screening, appelliert an die Frauen in der Region, das kostenlose Angebot zur Früherkennung zu nutzen.

„Je früher wir kleinste Veränderungen feststellen, desto besser sind die Heilungschancen“, erklärt der Radiologe. Gemeinsam mit Dr. Matthias Wachter hat er am 1. Juli 2021 die programmverantwortliche Leitung der Mammografie-Screening-Einheit Sachsen-Anhalt Nord von Dr. Dieter Denck übernommen.

Von 42.822 eingeladenen Frauen nahmen im vergangenen Jahr in ihrer Screening-Einheit nur 18.599 – weniger als die Hälfte – das Angebot wahr. „Dabei könnten sich viele Frauen so einfach schützen. Brustkrebs ist heute sehr gut erforschbar. Wenn er früh erkannt, bestehen hervorragende Heilungschancen.“

Im Jahr 2024 entdeckte das Ärzteteam durch das Screening 118 Brustkrebsfälle – 61 davon in einem sehr frühen Stadium. Laut Daten der Kaufmännischen Krankenkasse Halle (KKH) waren im Jahr 2023 in Sachsen 51,4 Prozent mehr Frauen aufgrund einer Brustkrebs-Diagnose in Behandlung als noch 2013. Ein Grund dafür ist die steigende Lebenserwartung.
Laut der Deutschen Krebsgesellschaft liegt das durchschnittliche Erkrankungsalter bei 64 Jahren. Ziel des Mammografie-Screenings ist es, die Sterblichkeit durch Brustkrebs zu senken. „Viele Frauen unterschätzen das Risiko oder schieben die Untersuchung hinaus“, sagt Annette Seeler, Praxismanagerin der Screening-Einheit. „Dabei dauert die Untersuchung nur wenige Minuten und ist völlig schmerzfrei.“

Untersuchung im Mammobil

Stendal oder im mobilen Mammografie-Truck (Mammobil) statt.
Der Truck steht aktuell in Gardelegen und fährt regelmäßig verschiedene Stationen an, darunter auch Arneburg-Goldbeck, Tangermünde, Osterburg und die Hansestadt Stendal sowie kleinere Gemeinden in den Landkreisen.

„Wir verfügen über moderne Technik“, erklärt der Radiologe. „Mit dieser können wir hochauflösende 3D-Schichtaufnahmen machen, bei denen wir noch viel mehr Details erkennen. So sind bereits kleinste Tumore ab einer Größe von vier bis fünf Millimeter sichtbar.“ Die Untersuchung sei völlig schmerzlos und unterliege gleichzeitig einer möglichst niedrigen Strahlendosis und eine optimale Bildqualität zu gewährleisten. Die Aufnahmen werden anschließend unabhängig voneinander von zwei Radiologen begutachtet.

Regelmäßig teilnehmen

Frauen, die regelmäßig am Screening teilnehmen, profitieren besonders: Im Vergleich früherer Aufnahmen lassen sich auch kleinste Veränderungen sehr frühzeitig erkennen. Wird eine Auffälligkeit entdeckt, werden zusätzliche Untersuchungen im Haus erforderlich, und danach gegebenenfalls Betreuung Gewissheit geben. Das Ergebnis liegt meist innerhalb von zwei Wochen vor.

Die Diagnose Brustkrebs ist für viele Frauen ein Schock, dennoch eine, mit der sie nicht allein sind. „Wir geben ihnen sofort einen klaren Fahrplan mit an die Hand“, ergänzt Annette Seeler. Die betroffenen Frauen werden unter anderem an das Brustzentrum am Johanniter-Krankenhaus Stendal überwiesen, wo sie umgehend behandelt werden.

„Viele Patientinnen sind dankbar, dass ihr Brustkrebs früh entdeckt wurde“, berichtet der Radiologe. Und zeigt, wie wichtig unsere Arbeit als Team mit den Röntgenassistentinnen und der fachärztlichen Begutachtung ist“, sagt Béla Rogits und appelliert: „Bitte nutzen Sie das Screening-Programm, denn Früherkennung rettet Leben!“

Risikofaktoren

Risiko minimieren: Um das Brustkrebsrisiko so gering wie möglich zu halten, sollen laut der Deutschen Krebshilfe ungesunde Lebensweisen wie Alkoholkonsum, Rauchen, Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung vermieden werden. Ein hormonelles Verhütungsmittel, Übergewicht nach den Wechseljahren oder eine danach erfolgende Hormonersatztherapie können das Risiko zudem erhöhen.

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